Aktualisierung vom 30.11.2021

Lehrlingswesen

Die Zahlen zum Lehrlingswesen in Ostbelgien wurden aktualisiert. 2021 wurden insgesamt 263 Lehrverträge unterzeichnet, was einen Anstieg von 20 Lehrverträgen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Die nachfolgende Tabelle gibt pro Berufssparte die Entwicklung der abgeschlossenen Lehrverträge in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die letzten fünf Jahre wieder.

Neue Lehrverträge nach Berufssparte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

 

Quelle: IAWM

Die meisten neuen Lehrverträge wurden in den Branchen Holz und Baufach abgeschlossen. An dritter Stelle stehen die Dienstleistungen, gefolgt von den Elektroberufen.

Wie in den Vorjahren blieben mit 172 offenen Lehrstellen viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl gestiegen (+47 Stellen) und bleibt somit auf einem hohen Niveau. Dies macht deutlich, dass die ostbelgischen Unternehmen mit dem Phänomen des Fachkräftemangels kämpfen.

Außerdem ist weiterhin eine hohe und wachsende Ausbildungsbereitschaft der ostbelgischen Betriebe zu verzeichnen: 2021 erhielten 28 neue Betriebe bzw. Lehrmeister die Anerkennung, zukünftig Lehrlinge auszubilden.

Das IAWM führt in seiner Tätigkeit als Aufsichtsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft über die duale mittelständische Aus- und Weiterbildung weitere Analysen der neuen Lehrverträge des Jahres 2021 durch:

  • Der Jungenanteil liegt bei 79,1 Prozent und der Mädchenanteil bei 20,9 Prozent. Dabei entschieden sich 16,4 Prozent der Mädchen und jungen Frauen für einen eher männertypischen Beruf als Kfz-Mechatronikerin, Reifenfachkraft, Metzger-Fleischerin, Automobilserviceberaterin oder als Anstreicherin (Vorjahr 9,4 %). Die ungleichmäßige Geschlechterverteilung in der dualen Ausbildung ist weiterhin eine große Herausforderung, da sie Einfluss auf die Anzahl unbesetzter Lehrstellen hat.
  • Der am häufigsten gewählte Beruf der neuen Lehrlinge ist Bauschreiner (26 Verträge), gefolgt von Elektroinstallateur (20 Verträge) und Einzelhändler (16 Verträge).
  • Das Durchschnittsalter bei Antritt der Lehre liegt bei 18,6 Jahren (Vergleich 2020: 18,8 Jahre). Die Zahlen im Bereich der Altersstruktur blieben in den letzten Jahren recht stabil.
  • Die durchschnittliche Lehrvertragsdauer liegt bei 2,89 Jahren. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Lehrvertragsdauer mit 2,72 Jahren etwas niedriger. Üblicherweise werden die Lehrverträge für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. Jugendliche, die fachliche Vorkenntnisse im Beruf nachweisen konnten, erhalten einen Lehrvertrag mit verkürzter Ausbildungsdauer.
  • Bei der schulischen Vorbildung haben 26 Prozent der Lehrlinge ein niedriges (2A oder 3B bestanden, Aufnahmeprüfung), 38 Prozent ein mittleres (3A/4B oder 4A/5B bestanden) und 35 Prozent ein höheres Schulniveau (6B, 6A/7B bestanden oder Abitur). 1,5 Prozent erfüllten nicht die Zugangsbedingungen.
  • Während 46 Prozent (121 Verträge) aller neuen Lehrlinge im Süden Ostbelgiens arbeiten, sind es im Norden 54 Prozent (142 Verträge).

Eine detaillierte Analyse der Lehrverträge mit weiteren Informationen steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM) analysiert jährlich die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Die Erhebung der Daten erfolgt jeweils zum 1. November des Jahres, der Stichtag an dem die gesetzliche Periode zum Abschluss von Lehrverträgen endet. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme aufgrund noch laufender Probezeiten, verspäteter Vertragsabschlüsse, Betriebs- und Berufswechsel und eventueller Abbrüche.