Aktualisierung vom 18.01.2022

Arbeitnehmer

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden derzeit 22.599 Arbeitsplätze gezählt (teil- oder vollzeitig). Sie verteilen sich auf 2.195 Betriebssitze (Stand Ende zweites Trimester 2020).

Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze ist in der Gemeinde Eupen zu finden, während der Anteil der Betriebe und Einrichtungen sich dort auf rund ein Drittel beläuft.

Anzahl Betriebssitze und Arbeitnehmer pro Gemeinde (30.06.2020)

 

Betriebssitze

 

Arbeitnehmer

   

Männer

Frauen

Gesamt

in %

Amel

146

6,7%

676

317

993

4,4%

Büllingen

147

6,7%

725

491

1.216

5,4%

Burg Reuland

65

3,0%

146

135

281

1,2%

Bütgenbach

166

7,6%

651

741

1.392

6,2%

St. Vith

453

20,6%

1.820

2.281

4.101

18,1%

Kanton St. Vith

977

44,5%

4.018

3.965

7.983

35,3%

Eupen

723

32,9%

5.013

5.366

10.379

45,9%

Kelmis

154

7,0%

594

535

1.129

5,0%

Lontzen

123

5,6%

637

463

1.100

4,9%

Raeren

218

9,9%

1.207

801

2.008

8,9%

Kanton Eupen

1.218

55,5%

7.451

7.165

14.616

64,7%

Deutschsprachige Gemeinschaft

2.195

100%

11.469

11.130

22.599

100%

Quelle: LSS

In Ostbelgien sind vorwiegend kleine mittelständische Betriebe angesiedelt. In 85 % der Betriebssitze privater Arbeitgeber sind jeweils weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und nur in 1 % der Betriebssitze sind mehr als 100 Personen beschäftigt. 

Die beschäftigungsintensivsten Sektoren sind das verarbeitende Gewerbe (22 % Anteil am Gesamt), das Gesundheits- und Sozialwesen (14 %) sowie Handel und KFZ (13 %). Damit sind in Ostbelgien deutlich mehr Personen im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt als in den anderen Landesteilen (belgischer Durchschnitt: 12 % aller Arbeitnehmer). Umgekehrt ist in Ostbelgien der Anteil der Beschäftigten in den Dienstleistungen für Unternehmen deutlich niedriger.

Anteil der Arbeitnehmer pro Sektor -  Ostbelgien & Regionen 2020

Anteil der Arbeitnehmer pro Sektor
Qulee: LSS

Der Anteil der Frauen an den Arbeitnehmern steigt stetig an und liegt mittlerweile mit 49 % auf Landesniveau. Im Dienstleistungssektor stellen die Frauen die Mehrheit der Beschäftigten (62 %), während sie im Sekundärsektor nur 16 % der Arbeitnehmer ausmachen.

Ein Großteil der Arbeitnehmerinnen aus Ostbelgien (70 %) sind teilzeitbeschäftigt, während die Teilzeitbeschäftigung bei Männern mit 16 % noch eher die Ausnahme ist und vorwiegend von älteren Beschäftigten in Anspruch genommen wird. Insgesamt ist allerdings in den letzten Jahren die Tendenz zur Teilzeitarbeit sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gestiegen, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten rückläufig ist. Auch im Vergleich zu den anderen Landesteilen - im belgischen Durchschnitt sind 53 % der Arbeitnehmerinnen Teilzeitbeschäftigte - arbeiten in Ostbelgien wesentlich mehr Frauen in Teilzeit.

Frappierend ist die Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer: Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahre von 16 % auf 35 % gestiegen und ein starker Rückgang der Beschäftigtenzahl macht sich in den Altersgruppen von 30-44 Jahren bemerkbar. Die Zahl der jugendlichen Arbeitnehmer ist lange stabil geblieben, seit 2013 dann aber deutlich gesunken. Auffällig ist hier, dass unter den jungen Beschäftigten nur halb so viele Frauen wie Männer zu finden sind.

Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer in Ostbelgien (2000-2020)

Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer in Ostbelgien
Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer in Ostbelgien (2000-2020)

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in Ostbelgien vor dem Hintergrund der Corona-Krise 2020 gesunken (-217 Arbeitsplätze, bzw. -1 %). Den stärksten Rückgang verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-141 Arbeitsplätze bzw. -10 %), was vorwiegend auf die rückläufige Zeitarbeit zurückzuführen ist.

Im verarbeitenden Gewerbe blieb der Rückgang mit -1 % (-70 Arbeitsplätze) noch moderat, während der Rückgang, zumindest prozentual, in den Sektoren Finanzen und Versicherungen (-8 %) sowie im Horeca-Sektor und im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (jeweils -5 %) stärker ausfiel.

Auch im Transportsektor (-4 %) und im Baugewerbe (-2 %) ist ein Minus zu verzeichnen, während der Handel leicht zulegen konnte (+1 %).

Zusätzliche Arbeitsplätze wurden auch in der öffentlichen Verwaltung (+29), im Unterrichtswesen (+48) sowie im Gesundheits- und Sozialsektor (+42) geschaffen.

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze von 2019 nach 2020 ebenfalls leicht zurückgegangen, und zwar um -0,7 % im belgischen Durchschnitt. Über einen längeren Zeitraum gesehen, gerät das Beschäftigungswachstum in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ins Hintertreffen: Sowohl über die letzten 20 Jahre als auch seit der Wirtschaftskrise 2009 ist die Zahl der Arbeitsplätze hierzulande nur halb so stark angewachsen wie im Landesdurchschnitt.