Aktualisierung vom 17.12.2021

Arbeitslosigkeit

Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist die Zahl der Arbeitslosen 2020 im Zuge der Corona-Krise wieder merklich angestiegen, wobei das System der Kurzarbeit jedoch erheblich dazu beigetragen hat, Entlassungen in größerem Ausmaß zu vermeiden. Im Jahresschnitt 2020 waren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2.443 Personen als Vollarbeitslose gemeldet. Laut Definition handelt es sich um Personen, die ohne Beschäftigung sind, dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung stehen und aktiv eine Beschäftigung suchen. Im Vergleich zum Vorjahr (Schnitt 2019: 2.283 Personen) ist die Zahl der Arbeitslosen damit um 159 Personen gestiegen (+7,0 %).

Vollarbeitslose - Schnitt 2020 Männer Frauen Gesamt in %
Vollarbeitslose 1.259 1.186 2.443 100 %
Geschlechteranteil in % 51 % 49 % 100 %  
davon:        
Arbeitssuchende Anwärter auf AL-Geld 875 788 1.663 68,1 %
Schulabgänger in Berufseingliederungszeit 102 88 190 7,8 %
Über ein ÖSHZ eingetragen 183 199 382 15,6 %
Freiwillig eingetragene Arbeitslose 52 81 133 5,4 %

Neben der Zahl der Anwärter auf Arbeitslosengeld (die 68 % der Vollarbeitslosen ausmachen) ist insbesondere auch die Zahl der über ein ÖSHZ eingetragenen Arbeitsuchenden angestiegen. Ein Blick auf die Ein- und Ausgänge der Arbeitslosigkeit zeigt, dass der Zuwachs 2020 jedoch hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass im vergangenen Jahr weniger Personen die Arbeitslosigkeit verlassen haben, als neue durch Entlassungen hinzukamen.

Die Arbeitslosenrate (Anteil der Vollarbeitslosen an der aktiven Bevölkerung, gemäß der korrigierten Berechnung der Deutschsprachigen Gemeinschaft) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft belief sich auf 6,6 % und ist damit leicht gestiegen (Vorjahr 6,2 %).

81 % der Arbeitslosen wohnen im Kanton Eupen, wo die Arbeitslosenrate bei 9,0 % liegt. Im Kanton St. Vith ist sie mit 3,1 % nach wie vor sehr niedrig. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit 2020 war proportional gesehen sogar etwas stärker im Süden Ostbelgiens (+37 Personen bzw. +8,6 %) als im Norden (+122 Personen bzw. +6,6 %).

Der Frauenanteil an den Arbeitslosen in Ostbelgien ist in den letzten 20 Jahren fast kontinuierlich gesunken und liegt nunmehr bei 49 % (zur Erinnerung: 1995 lag der Frauenanteil bei 62 %, 2005 noch bei 57 %). Auch vom Anstieg der Arbeitslosigkeit 2020 waren die Männer etwas stärker betroffen als die Frauen, da sie häufiger in konjunkturabhängigen Branchen arbeiten. Dementsprechend nähern sich die Arbeitslosenraten pro Geschlecht weiter an, auch wenn die Arbeitslosenrate der Frauen mit 6,9 % noch etwas über derjenigen der Männer (6,3 %) liegt.

Vollarbeitslose nach Kanton Männer Frauen Gesamt in %
Kanton Eupen 1.009 966 1.974 81 %
Kanton St. Vith 248 221 468 19 %

Deutschsprachige

Gemeinschaft

1.259

51 %

1.186

49 %

2.443

100 %

100 %