Entwicklung

Entwicklung zum Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in Ostbelgien 2020 leicht gesunken (-217 Arbeitsplätze, bzw. -1 %). Den stärksten Rückgang verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-141 Arbeitsplätze bzw. -10 %), was insbesondere auf die rückläufige Zeitarbeit zurückzuführen ist.

Im verarbeitenden Gewerbe blieb der Rückgang mit -1 % (-70 Arbeitsplätze) noch moderat, während der Rückgang, zumindest prozentual, in den Sektoren Finanzen und Versicherungen (-8 %) sowie im Horeca-Sektor und im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (jeweils -5 %) stärker ausfiel.

Auch im Transportsektor (-4 %) und im Baugewerbe (-2 %) ist ein Minus zu verzeichnen, während der Handel leicht zulegen konnte (+1 %). Zusätzliche Arbeitsplätze wurden auch in der öffentlichen Verwaltung (+29), im Unterrichtswesen (+48) sowie im Gesundheits- und Sozialsektor (+42) geschaffen.

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze von 2019 nach 2020 ebenfalls leicht zurückgegangen, und zwar um -0,7 % im belgischen Durchschnitt. Innerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft gab es sogar einen leichten Anstieg im Kanton St. Vith (+24 Arbeitsplätze), während der Kanton Eupen ein Minus von 241 Arbeitsplätzen (-1,6 %) hinnehmen musste.

Entwicklung seit 2000

Verglichen mit den anderen Landesteilen war das Beschäftigungswachstum in Ostbelgien in den 90er Jahren hoch. Von 2000 bis 2006 stagnierte die Zahl der Arbeitsplätze jedoch, während sie in den beiden großen Regionen weiter zunahm. Dadurch wurde Ostbelgien in punkto Wachstum von den anderen Landesteilen überflügelt. Erst 2007 und 2008 wurden auch hier wieder bedeutende Zuwächse registriert, sodass Ostbelgien wieder langsam zu den anderen Regionen aufschloss. Infolge der Wirtschaftskrise hat die Beschäftigungssituation in Ostbelgien 2009 und auch 2011 wieder vergleichsweise stärker gelitten als in der Wallonie oder Flandern. Auch 2014 stand ein leichter Rückgang in Ostbelgien einem Anstieg in den anderen Regionen gegenüber.

So ist die Beschäftigungsentwicklung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft über einen längeren Zeitraum gesehen ins Hintertreffen geraten: Sowohl über die letzten 20 Jahre gesehen als auch seit der Wirtschaftskrise 2008 ist die Zahl der Arbeitsplätze hierzulande insgesamt nur halb so stark angewachsen wie im Landesdurchschnitt. Die Abwanderung vieler ostbelgischer Arbeitskräfte in Richtung Luxemburg dürfte an dieser Entwicklung nicht unschuldig sein.

Innerhalb Ostbelgiens war die Entwicklung in beiden Kantonen recht ähnlich, auch wenn es in einzelnen Jahren (aufgrund der kleinen Zahlen) stärkere Ausschläge in die eine oder andere Richtung gegeben hat.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl pro Region (2000-2020)

Quelle: LSS