Aufteilung nach Betriebsgröße, Sektoren, Geschlecht und Statut

Betriebsgröße

In Ostbelgien sind vorwiegend kleine mittelständische Betriebe angesiedelt. In 84 % der Betriebssitze privater Arbeitgeber sind jeweils weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und nur in 1 % der Betriebssitze sind mehr als 100 Personen beschäftigt. Allerdings repräsentiert dieses eine Prozent der Betriebe rund 29 % der Arbeitsplätze des Privatsektors. Die meisten Arbeitsplätze (43 %) finden sich allerdings in den mittleren Betrieben mit 10-99 Beschäftigten. Im Schnitt kommt man auf 10 Arbeitsplätze pro Betriebssitz bzw. 8,3, wenn man nur den Privatsektor betrachtet.

Anzahl Betriebssitze und Arbeitnehmer pro Betriebsgröße im Privatsektor (30.06.2020)

Quelle: LSS

Sektoren

Die aus Beschäftigungssicht wichtigsten Sektoren in Ostbelgien sind:

  • das verarbeitende Gewerbe (4.974 Arbeitsplätze, 22 % Anteil am Gesamt)
  • das Gesundheits- und Sozialwesen (3.200 Arbeitsplätze, 14 %)
  • Handel und KFZ (2.908 Arbeitsplätze, 13 %)
  • das Unterrichtswesen (2.735 Arbeitsplätze, 12 %)
  • die öffentliche Verwaltung (2.414 Arbeitsplätze, 11 %)
  • die kommerziellen Dienstleistungen (2.237 Arbeitsplätze, 10 %)

In den letzten 15 Jahren hat der Dienstleistungssektor, und darunter besonders das Gesundheits- und Sozialwesen, stark an Bedeutung gewonnen.

Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes spielen vor allem die Herstellung von Elektromaterial, die Metallverarbeitung, das Nahrungsmittelgewerbe und die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren eine bedeutende Rolle.

Durch die Umstellung der Wirtschaftseinteilung (NACE-Sektoren) ab 2007/2008 ist ein genauer Vergleich mit den Vorjahren aber nicht mehr möglich, da es neben einer stärkeren Differenzierung gewisser Sektoren auch Verschiebungen von Unternehmen zu anderen Sektoren gegeben hat. Daher dient das Jahr 2007 als neues Referenzjahr für die sektoriellen Entwicklungen.

Im Vergleich zu 2007 ist ein deutlicher Beschäftigungszuwachs im Unterrichtswesen (+21 %), in den personenbezogenen Dienstleistungen sowie im Gesundheitswesen (jeweils +18 %) zu verzeichnen. In den kommerziellen Dienstleistungen war der Anstieg bis zum Vorjahr noch stärker (+27 %), wurde aber durch die Corona-Krise im Jahr 2020 wieder auf +18 % zurückgeworfen, da die Zahl der Interim-Beschäftigten durch die Corona-Krise deutlich zurückgegangen ist. Im Sekundärsektor hat die Beschäftigung seit 2007 nur leicht zugenommen (Verarbeitendes Gewerbe +2 %, Baugewerbe +1,4 %).

Stark rückläufig ist hingegen vor allem die Beschäftigung im Transportsektor (inkl. Postwesen, -40 %), mit Abstand gefolgt vom Handel (-8 %) und in der öffentlichen Verwaltung (-4,5 %).

Im Horeca-Sektor ist die Beschäftigung nach Ab- und Aufwärtsbewegungen wieder auf dem gleichen Stand wie 2007 gelandet.

Anzahl Arbeitnehmer in den größten Sektoren (30.06.2020)

Quelle: LSS

Geschlecht

Eine knappe Mehrheit der Arbeitnehmer in Ostbelgien sind noch Männer: 51 % der Arbeitsplätze nehmen Männer ein (11.469 Personen) und 49 % Frauen (11.130 Personen). Damit ist wie in den anderen Landesteilen fast die Geschlechterparität in der Beschäftigung erreicht.

Im Dienstleistungssektor stellen die Frauen die Mehrheit der Beschäftigten (62 %), während sie im Sekundärsektor nur 16 % der Arbeitnehmer ausmachen. Einen besonders hohen Frauenanteil findet man im Gesundheits- und Sozialwesen (83 %) und im Unterrichtswesen (77 %). Aufgrund der starken Konzentration der Frauen in öffentlich finanzierten Dienstleistungssektoren einerseits und in Angestelltenberufen andererseits ist die Frauenbeschäftigung in Ostbelgien weniger den konjunkturellen Schwankungen unterworfen als diejenige der Männer. Dies galt auch im Corona-Jahr 2020.

Statut

Nach Statut betrachtet, entfallen 44 % der Arbeitsplätze auf Arbeiter und Arbeiterinnen und 56 % auf Angestellte und Beamte (davon 45 % auf Angestellte und 11 % auf Beamte). Im Vergleich zu den anderen Landesteilen ist damit der Anteil der Arbeiter in den Betrieben der Deutschsprachigen Gemeinschaft deutlich höher (Landesschnitt 34 %), der Anteil der Angestellten und Beamten dagegen entsprechend niedriger.

Arbeitnehmer Männer Frauen Arbeiter Angestellte Beamte Gesamt
Kanton St. Vith 4.018 3.965 3.838

3.243

902 7.983
Kanton Eupen 7.451 7.165 6.064 6.934 1.618 14.616
Deutschsprachige Gemeinschaft 11.469 11.130 9.902 10.177 2.520 22.599
in % 51% 49% 44% 45% 11% 100%

Quelle: LSS