Aufteilung nach Qualifikation und Sektor

Die Qualifikationsstruktur der Arbeitslosen ist in den letzten Jahren recht konstant geblieben. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl von 2014 bis 2019 hat alle Ausbildungsniveaus fast gleichermaßen erfasst. Und auch die Corona-Krise hat daran nichts geändert, der Anstieg war – mit Ausnahme der Personen mit abgeschlossener Lehre – für alle fast gleich hoch. Längerfristige Vergleiche sind nur bedingt möglich, da die Erfassung des Ausbildungsniveaus (insbesondere der sonstigen, meist ausländischen Ausbildungen) mehrfach geändert hat. 

Der Anteil der unterqualifizierten Arbeitslosen (d. h. Personen, die höchstens über einen Primarschulabschluss oder die Mittlere Reife bzw. die 2. Stufe des Sekundarschulunterrichtes verfügen) beläuft sich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft auf rund 44 %, also gleich hoch wie in Flandern und Wallonie (ebenfalls 44 %). Allerdings sind in der Deutschsprachigen Gemeinschaft noch etwa 7 % der Arbeitslosen in der Kategorie der sonstigen bzw. im Ausland erworbenen Ausbildungen eingeordnet, die in der Wallonie und Flandern vernachlässigbar klein ist. Hierunter - meist handelt es sich um (Teil-) Ausbildungen im Sekundarschulbereich – dürfte ebenfalls noch ein gewisser Anteil an Unterqualifizierten zu finden sein.

Vollarbeitslose nach Ausbildung Männer Frauen Gesamt Anteil in %
Primarschule 285 196 480 19,7 %
Sekund. Unterstufe 117 83 200 24,3 %
Lehre 301 293 594 8,2 %
Sekund. Oberstufe 300 363 662 27,1 %
Hochschule / Uni 150 174 324 13,3 %
Sonstige Ausb./Ausland 105 78 183 7,5 %
Gesamt 1.256 1.186 2.443 100 %

Bei den Berufsvorstellungen der Vollarbeitslosen stehen an erster Stelle die Arbeiter/Hilfsarbeiter (18 %), Verkaufsberufe und Büroangestellte (12 bzw. 10 %), gefolgt von den Reinigungskräften/Haushaltshilfen/Horeca-Personal (8 %) sowie mit 6 % die Gesundheits- und Pflegeberufe.

Hinter diesen Zahlen treten jedoch deutliche Unterschiede nach Geschlecht zutage: Bei den Männern sind 28 % der Arbeitslosen mit dem Berufswunsch Arbeiter/Hilfsarbeiter eingetragen und jeweils rund 7 % als Büroangestellte, Fahrer oder in metallverarbeitenden Berufen. Bei den Frauen stehen an erster Stelle die Verkäuferinnen (18 %), gefolgt von den Büroberufen und den Reinigungskräften/Haushaltshilfen und Horeca-Berufen (jeweils 14 %). Danach folgen die Gesundheits- und Pflegeberufe (10 %) und Arbeiterin/Hilfsarbeiterin (8 %).